27 Februar 2014

[Rezension] Christine Kabus - Töchter des Nordlichts


Klapptext

Erwartungen

DURCH DIE JAHRHUNDERTE GETRENNT. DURCH EINE GEMEINSAME GESCHICHTE VEREINT

Oslo, 2011. Nora ist längst erwachsen, als sie von ihren samischen Wurzeln erfährt. Instinktiv spürt sie, dass sie ihr Glück erst finden wird, wenn sie in das Land ihrer Urahnen reist. Doch die Sami und ihre Kultur erscheinen ihr zunächst fremd. Bis sie auf den charismatischen Hundezüchter Mielat trifft. Gemeinsam mit ihm begibt sie sich auf die Spuren ihrer Vorfahren. Dabei stößt sie auf die Geschichte des samischen Mädchens Áilu, das vor fast hundert Jahren in der eisigen Finnmark lebte. Schon bald ahnt sie, dass Áilus ungeheuerliches Schicksal eng mit ihrer eigenen Familiengeschichte verknüpft ist.
Der erste Teil "Im Land der weiten Fjorde" aus dem letzten Jahr hatte mir sehr gut gefallen und so stieß die Anfrage, ob ich auch den zweiten Teil lesen möchte, bei mir natürlich auf große Freude.
Die Geschichte von Nora, die im ersten Teil nur eine Nebenrolle hatte, wird in "Töchter des Nordlichts" fortgeführt und der Leser soll Nora auf die dunkle Seite der Geschichte Norwegens begleiten. Darauf war ich also wirklich sehr gespannt. Gefreut habe ich mich auch auf ein Wiedersehen mit Bekannten Gesichtern, die einen durch die Geschichte begleiten. Zudem durfte ich beim auspacken des Buches bereits feststellen, dass das Cover irgendwie ein wenig leuchtet. Gefiel mir sehr gut und steigerte auf jeden Fall die Vorfreude enorm!



Empfindungen


Die Bücher von Christine Kabus sind keine einfachen Familiengeschichten in denen wir einfach mal so ein Drama vorgesetzt bekommen. Bereits zu Beginn des Buches erhält der Leser Einblick in einen Familienstammbaum der sich über Sechs Generationen hinweg erstreckt. Durch die beiden Handlungsstränge, Gegenwart und Beginn des 20. Jahrhunderts, erhält man im Verlauf des Buches nähere Einblicke in zwei Generationen, dessen Geschichten sich dann irgendwann in der Mitte Treffen.

Ganz zu Beginn der Geschichte konnte ich die Zusammenhänge zwischen der Geschichte von Áilu und Nora nicht direkt erkennen. Beide Schicksale schienen zu unterschiedlich, ohne die Verbindung im Stammbaum hätte ich kein Zusammentreffen erahnen können.
Die Geschichte des kleinen samischen Mädchens Áilu hat mich sehr berührt und da ich aus der Leserunde vom ersten Teil weiß, wie intensiv die Autorin für ihre Werke recherchiert, fand ich die Geschichte umso schockierender. Seit Abschluss des ersten Buches habe ich mich nicht weiter mit der norwegischen Geschichte beschäftigt, aber auch von dieser Seite der Medallie etwas zu erfahren fand ich auf der einen Seite der verstörend, aber eben auch sehr informativ.


Buch Eins und Buch Zwei


Eigentlich geht man ja nicht her und vergleicht zwei Bücher miteinander um am Ende zu einer Bewertung zu kommen. Da es sich bei "Töchter des Nordlichts" aber streng genommen um eine Fortsetzung zu "Im Land der weiten Fjorde" handelt, fällt es mir irgendwie sehr viel leichter dies zu tun. Es sollte aber ganz eindeutig gesagt werden, dass man dieses Buch auch auf jeden Fall lesen kann ohne das erste Buch zu kennen!
Was mir sehr gefehlt hat waren bekannte Gesichter aus der ersten Geschichte. Dort war es so dass Nora ihre neue Freundin Lisa bei der Aufdeckung ihrer Familiengeschichte geholfen und stark unterstützt hat, eine ähnliche Geste Seitens Lisa hätte ich mir also für dieses Buch sehr gewünscht. Ich kann aber auf der anderen Seite sehr verstehen, dass die Autorin Abstand vom anderen Buch und diese Geschichte ihrem Charakter Nora widmen wollte.

Sehr, sehr positiv gegenüber des ersten Teiles empfand ich den Spannungsbogen. Im ersten Teil hatte ich gerade gegen Ende des Buches oft das Gefühl: "Das ist zu lang" - während ich hier auch sehr gern ein paar Seiten mehr gelesen hätte. Der entgültige Zusammenschluss der beiden Handlungsstränge auf den letzten Seiten des Buches hat mir hier leider nicht so gut gefallen. Es ging viel, viel zu schnell und die sehr kurze Erwähnung von Áilu als Teil der Familiengeschichte erschien mir im Abschluss leider etwas zu platt. So traurig das Schicksal von Áilu gewesen ist am Ende ihrer Geschichte hätte ich auch sehr viel ausführlicher über die Entwicklung zwischen ihr und ihrem zukünftigen Ehemann gelesen. Auch das erschien mir so, als wollte man hier letztlich sehr schnell zum Schluss kommen? Das Buch war so fesselnd. Ich hätte an der Stelle noch mehr erfahren wollen.


Fazit

Durchgehend spannend und leicht zu lesen, gefiel mir dieses Buch sehr gut. Während ich in anderen Büchern den regelmäßigen Wechsel zwischen den Szenen ehr störend finde, fand ich es hier auf Grund der sehr kurzen Kapitellänge sehr angenehm. Charaktere und Land habe ich irgendwie schon so liebgewonnen, dass  ich mich auch sehr über noch einen weiteren Teil freuen würde, eine Perspektive dafür habe ich allerdings am Ende des Buches nicht gesehen. Von mir gibt es aber 4 von 5 Schildkröten.


Töchter des Nordlichts ♣ Christine Kabus ♣ Bastei Lübbe ♣ 559 Seiten ♣ 8,99€ 
4 Schildkröten

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