26 März 2014

[Rezension] Gavin Extence - Das unerhörte Leben des Alex Woods
Oder warum das Universum keinen Plan hat



Klapptext

Wie ich zu dem Buch kam

WENN DICH DAS SCHICKSAL TRIFFT
WIE EIN SCHLAG

Alex Woods ist zehn Jahre alt, und er weiß, dass er nicht den konservativsten Start ins Leben hatte. Er weiß auch, dass man sich mit einer hellseherisch begabten Mutter bei den Mitschülern nicht beliebt macht. Und Alex weiß, dass die unwahrscheinlichsten Ereignisse eintreten können - er trägt Narben, die das beweisen.

Was Alex noch nicht weiß, ist, dass er in dem überllaunigen und zurückgezogen lebenden Mr. Peterson einen ungleichen Freund finden wird. Einen Freund, der ihm sagt, dass man nur ein einziges Leben hat und man immer die bestmöglichsten Entscheidungen treffen sollte.

Darum ist Alex, als er sieben Jahre später mit 113 Gramm Marihuana und einer Urne voller Asche an der Grenze in Dover gestoppt wird, einigermaßen sicher, dass er das Richtige getan hat.
Ob ich dieses Buch wirklich lesen wollte? Darüber habe ich gleich mehrfach nachgedacht, bis es dann letztlich doch auf meiner: ICH MUSS ES LESEN-Liste gelandet ist. Irgendwie habe ich es ja nicht mit so ganz verworrenen Geschichten. Und die Tatsache dass es offenbar um einen Jungen geht, der in irgendwelche Drogen-Geschichten verwickelt ist, hat mich auch Meilenweit abgeschreckt. Den so etwas lese ich für gewöhnlich ja überhaupt nicht.
Nix. Nada. Kein Interesse!
Dann beim mehrfachen Anschauen bei uns im Laden - ich hatte es dann auch mehrfach in der Hand - wollte ich es doch irgendwie haben.
Ich finde den Klapptext ja ausgesprochen verwirrend und wusste also eigentlich nicht auf was ich mich da einlasse, aber irgendwie war ich doch sehr gespannt und hoffte dass sich hinter der hübschen Fassade was interessantes versteckt.

Ich wurde nicht enttäuscht!



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Alex möchte eigentlich nur eines: Normal sein.
Trotzdem lässt sich die Tatsache, dass etwas besonderes - ein medizinisches Wunder - ist irgendwie nicht leugnen. Denn irgendwie fiel ihm bereits mit 10 Jahren ein Meteroit auf den Kopf. Das Wort "irgendwie" ist irgendwie kein sehr kreativer Lückenfüller, aber Alex nutzt das Wort gerne, wenn ihm die Formulierungen ausgehen, auch wenn seine Lehrer da nicht sehr von begeister sind und dafür seinen Wortschatz ankreiden. Aber da geht es ihm tatsächlich manchmal so wie mir.

Gavin Extence baut einen gewaltigen Spannungsbogen damit auf, indem er die Geschichte einfach ganz am Ende beginnt: Ein Junge wird an einem Grenzübergang angehalten, mit Drogen im Handschuhfach und einer Urne auf dem Beifahrersitz, wobei Alex noch einen epileptischen Anfall erleidet, dem ihm die Polizei noch nichteinmal abkaufen möchte. Danach springt er seelenruhig zu dem kleinen Jungen, dem der Meteroit auf den Kopf gefallen ist.
Preisfrage: Wie kamen wir von A nach B?

Zunächt erschien mir die Geschichte ohne roten Faden. Sehr zusammenhangslos. Der sehr Junge Alex erschient clever und interessiert, hängt durch den Unfall in der Schule zurück, weiß dafür aber viele andere Dinge von denen gewöhnliche 10-jährige sonst keine Ahnung haben. Was sollte also mit diesem Kind geschehen, das man es mit Drogen im Handschuhfach erwischt?

Das Buch gestaltet sich als Alex' persönlichen Rückblick der Ereignisse in vergangenen 6, beinahe 7 Jahren und verfängt sich dabei immer mal wieder in kleinen Nebenhandlungssträngen und Details, die das Buch so liebenswert machen. Obwohl der erzählende Alex natürlich den Verlauf und Ausgang der Geschichte kennt, lässt er den Leser bis zum Schluss im unklaren und spielt dabei auch nicht den Allwissenden. Vielmehr dürften sich die Leser mit ihm auf einem Level fühlen, was einen sehr nah am Geschehen belässt.

Alex' Umfeld ist, wie sein ganzes Leben, alles andere als gewöhnlich. In den ersten Jahren, nachde er den Meteroiten auf den Kopf bekam stehen vorallem Neorologe Dr. Enderby, der siene Epilepsie behandelt und die Astrophysikerin Dr. Wier, die Dame die seinen Meteroiten aufgelesen und für Alex gesichert hatte, beiseite. In engem Briefwechsel verfolgen die beiden Erwachsenen Alex' Werdegang und unterstützen ihn in seinen Ambitionen später vielleicht auf ihren Gebieten zu studieren, wobei keiner dabei versucht den Jungen zu beeinflussen. 
Nicht zu vergessen sind natürlich auch Alex Mutter und Freundin Ellie. Während man meinen könnte, dass nach all diesen schrägen Dingen in Alex' Leben vielleicht auch mal ein paar normale Konstanten auftauchen könnten, liegt man damit irgendwie daneben. Denn die beiden Damen in seinem Leben sind wahrscheinlich noch viel verkorkster als Alex selber.
Am wichtigsten für das Buch und den Verlauf der Geschichte dürfte allerdings Mr. Peterson sein. Hierbei sind das erste Aufeinandertreffen mit Flinte und Tam-Tam, ebenso unwirklich, wie alles was danach noch kommt.

Fazit

Obwohl Geschichte und drum herum noch so unwahrscheinlich gar irreal erscheinen, macht das eigentlich überhaupt nichts. In all den verrückten Ereignissen der Geschichte wird man mit Sicherheit ein Kännchen wahrscheinlicher Dinge finden, aber insgesamt ist es doch das Verrückte, was einen so magisch anzieht und das Buch nicht zur Seite legen ließ. Wer also dieses Buch aufschlägt der sei gewarnt: liebevoll gestaltete Charaktere und eine unfassbar tolle Geschichte über Freundschaft wird euch in seinen Bann reißen und nicht mehr loslassen!

Absolute und uneingeschränkte Leseempfehlung für das Beste Buch das ich in diesem Jahr bisher lesen durfte!


Das unerhörte Leben des Alex Woods ♣ Gavin Extence ♣ Limes ♣ 478 Seiten  ♣ 19,99€ 


Vielen, vielen Dank an den Limes Verlag für das Leseexemplar!

1 Kommentar:

  1. Und wieder eine so schöne Rezension zu diesem tollen Buch, ich habe es auch da und muss es unbedingt bald lesen:-) Liebe Grüße Petra

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