12 Juni 2014

[Hörbuch-Rezension] Antje Babendererde - Indigosommer

Titel:
Autor:
Verlag:
Umfang:
Preis:
ISBN:

Indigosommer
Antje Babendererde
Goya libre
4 CDs
14,99€
978-3-8337-2573-9
5 Schildkröten


Worum geht es?
Die fast 16-jährige Smilla reist bereits zu Beginn des Sommers in die USA, wo sie ab Herbst eine amerikanische Highschool besuchen soll. Ihre Gastgeschwister kennt sie bereits seit Kindesbeinen, weil ihre Väter beide für eine Fluggesellschaft arbeiten.
Alec, in den Smilla als Kind unsterblich verliebt war und seine Schwester Janice planen einen Surfausflug nach La Push und Smilla kommt nach einem kleinen hin- und her doch mit, schließlich soll sie nicht alleine zurück bleiben. In der Clique fühlt sich Smilla von Beginn an nicht sonderlich wohl. Die anderen Kids sind alle älter als sie und sehen in ihr doch ein sehr lästiges Anhängsel. Smillar ist fasziniert vom Meer und der Geschichte die sich um das Indinerreservat in La Push dreht, dafür scheint sich aber außer ihr niemand zu interessieren. 
Dann eines Nachmittags ist Smilla alleine und paddelt hinaus aufs Meer und gerät dabei in große Gefahr. Gerettet wird sie von dem Indianerjungen Conrad, der sie eigentlich ertrinken lassen wollte...

 Zur Autorin
Antje Babendererde war mir eigentlich kein großer Begriff. Ich kann also nicht behaupten, dass ich das Hörbuch wegen ihr ausgewählt habe, war aber dann doch sehr fasziniert, was es da bereits alles von ihr zu lesen gibt. Die deutsche Autorin(!) hat bereits eine Menge Bücher geschrieben, die sich mit Konflikten und Freundschaften um Indianer drehen. Seit 1994 sind bereits 15 Indianerromane erschienen.
 [Quelle: Website der Autorin]


 Charaktere & Geschichte
Smilla ist ein sehr ungewöhnlicher Name, zumindest für unseren Sprachraum. Und der ungewöhnliche Name gehört zu einem ganz außergewöhnlichen Charakter. Das junge Mädchen steckt noch in ihrer Selbstfindungsphase, hat dazu aber auch einen enorm harten Dickkopf. An einigen Stellen etwas unbeholfen, möchte sie natürlich nicht, dass die Älteren sie wie ein Kleinkind behandeln und kämpft dabei sehr stark um ihr Recht. Ganz im Gegensatz zu den anderen Jugendlichen empfindet sie den Campingausflug in der Reservat auch als Chance die andere Kultur kennenzulernen, dabei stößt sie auf beiden Seiten, sowohl den Jugendlichen als auch bei den Indianern auf Erstaunen und scheint gleichzeitig aber auch ein dünnes Band der Vermittlung weben zu können. Mit sehr viel Mitgefühl tritt sie ihren Gegenübern entgegen und kann die Auseinandersetzungen und Feindseligkeiten zwischen den Parteien nicht nachvollziehen.

Ihr Retter Conrad steht in einem tiefen Schatten aus Wut, Verzweiflung und dem Wunsch nach Rache. Bereits vor einem Jahr waren Alec und seine Freunde im Reservat zum Surfen. Im gleichen Sommer kam Conrads Zwillingsbruder Justin ums Leben. Worunter er noch heute leidet und auch heute noch nach Rache sinnt. Unter dem großen Druck von Verpflichtungen die ihm auferlegt wurden und seinen eigenen Wünschen schlägt er sich durch das Leben, hat seine Zukunftspläne verworfen und ist zugunsten seiner Familie im Reservat geblieben. Als er auf Smilla trifft und in ihre Meeresaugen blickt weiß er nicht mehr was er tun möchte und bricht dabei einen Konflikt vom Zaun, der wie eine Lawine durch den Roman rollt.

Für mich war es ein ganz faszinierendes Zusammenspiel der sehr unterschiedlichen Kulturwelten, die aufeinandertrafen und sich nicht mehr voneinander lösen konnten. Ohne dabei stetig auf Klischees zurückzugreifen schaffte es die Autorin den damit gleichzeitig entstehenden Konflikt zu schildern, der sich zusammenbraut während sich zwischen Smilla und Conrad eine wundervolle Liebe entwickelt. Sehr gefühlvoll und realistisch.

 Zu den Sprechern
Das Hörbuch wurde abwechselnd von zwei Sprechern gelesen. Alle Passagen aus Smillas Sicht, in der Ich-Perspektive, las Muriel Baumeister und alle Passagen von Conrad, in der Er-Sie-Perspektive,  wurden von Philipp Baltus gelesen. Beide waren mir zuvor unbekannt, waren aber sehr angenehme Vorleser. 
Muriel hat etwas Rauchiges in der Stimme, was sie an einigen Stellen ein wenig verschnupft klingen ließ, was aber unter Betracht von Smillas Gemütszustand immer angebracht und passend war. Mit ihrer Stimme war es sehr gut nachzuvollziehen, wie sich Smillas Laune oder Gefühle entwickelten.
Ich habe mich mit einer Kollegin darüber unterhalten, sie empfand Philipps Stimme anfänglich ein wenig kühler, als die von Muriel. Das ganze hat mich allerdings nicht sehr gestört, da ich die Distanziertheit dadurch, dass Conrads Part in der Er-Sie-Perspektive geschrieben ist, schon gut gewählt fand. 

Eine persönliche Besonderheit für mich war die Tatsache, dass ich bis zum Ende durchgehalten habe. In der Regel fällt es mir sehr schwer einer Frau zuzuhören, die ein Hörbuch vorliest. Bis jetzt habe ich fast ausschließlich nur männliche Vorleser gehört, da ich bei einer Lesung die von einer Frau gelesen wird immer nach wenigen Minuten eingeschlafen bin, oder nicht mehr konzentriert genug hingehört habe. Offensichtlich hatte Muriel Baumeister aber etwas das mich sehr gut fesseln konnte.

 Fazit
Indigosommer ist kein Jugendroman, den man einfach so in eine Sparte der aktuellen Trends stopfen könnte. Die Autorin schaffte es eine besondere Atmosphäre aufzubauen in der sich diese wunderbare Geschichte gut einfinden konnte und hat damit etwas ganz besonderes geschaffen.
Die Lesung konnte dabei noch zusätzlich Punkten und das Ganze zu einem besonderen Hörerlebnis machen.

1 Kommentar:

  1. Hallo,
    ich habe Indogosommer auch vor einer Weile gelesen und fand das Buch wunderschön. Ich finde die Autorin hat ein gutes Händchen für solche Geschichten und lässt wie aus dem Leben gegriffen wirken. Eine schöne Rezi dazu.
    LG

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