16 Juli 2014

[Rezension] Marc Elsberg - Zero


Wer sich im Netz bewegt, für den gibt es kein Entkommen

Sie wissen, WER wir sind, WO wir sind - und WAS wir als Nächstes tun werden!

London. Bei einer Verfolgungsjagd wird ein Junge erschossen. Sein Tod führt die Journalistin Cynthia Bonsant zu der gefeierten Internetplattform Freemee. Diese sammelt und analysiert Daten – und verspricht dadurch ihren Millionen Nutzern ein besseres Leben und mehr Erfolg. Nur einer warnt vor Freemee und vor der Macht, die der Online-Newcomer einigen wenigen verleihen könnte: ZERO, der meistgesuchte Online-Aktivist der Welt. Als Cynthia anfängt, genauer zu recherchieren, wird sie selbst zur Gejagten. Doch in einer Welt voller Kameras, Datenbrillen und Smartphones gibt es kein Entkommen …

Hochaktuell und bedrohlich: Der gläserne Mensch unter Kontrolle

Marc Elsberg ♣ Zero ♣  blanvalet 480 Seiten ♣ 19,99 € ♣

Thema und Aktualität
 Wie bereits im Klappentext gesagt ist die Thematik mit der sich "Zero" befasst hochaktuell! Auch wenn es vielen noch sind so ganz bewusst ist, so leben wir doch mittlerweile schon in einer sehr beängstigenden Welt voller Technik und Datensammlern. Mit jedem Tweet oder anderen Beitrag irgendwo hinterlassen wir eine Fußspur. In Zero wird einem das zum Verhängnis.
Ich finde es sehr wichtig sich zumindest mit diesem Thema auseinanderzusetzten. Völliges Scheuklappendenken bringt einen in unserem Zeitalter nicht mehr weiter.


Charaktere und Akteure

Zero vs. Freemee
 Freemee ist ein Soziales Netzwerk auf das sich sehr viele Menschen bereits eingelassen haben. Ich habe es ganz gerne "das Ding" genannt, weil man ständig den Eindruck hatte das Soziale Netzwerk wäre zum Leben erwacht. Bereits bei der Anmeldung dort verhält es sich so, als wäre man in einem Gespräch und die Nutzer geben ihre Informationen ganz frei von sich selbst heraus. Durch die Sammlung der Daten kreiert das Netzwerk eine eigens für die Person aufgestellte Liste von Apps die die Person im Alltag unterstützen sollen. Das Ganze spitzt sich soweit zu, das einige Charaktere im Buch ständig nur das tun, was die Apps ihnen gerade empfehlen. Umso mehr Daten man preisgibt desto höher steigt man im Ranking der Menschen! Es gibt ein Ranking für Menschen!!! Um dort weiter zu steigen rät einem Freemee auch immer wieder Datenbrillen, Smartphones, Uhren die Herzschläge aufzeichnen und ähnliches mit seinem Account zu verknüpfen um seine Daten genauer sammeln zu können. Dabei suggeriert Freemee den Nutzern auch immer wieder man würde die Daten nur für sich selbst sammeln um sich selbst besser zu kontrollieren.

 Zero habe ich mit einer Enthüllungsplattform verglichen. Ganz zu Beginn des Buches tauchen Videos von Zero im Netz auf. Der Präsident der Vereinigten Staaten wird dabei mit Überwachungsdrohnen verfolgt. Sofort hat Zero alle Aufmerksamkeit die es haben möchte. Im Verlauf des Buches prangert Zero immer wieder die Plattform Freemee an und weist daraufhin, wie leichtfertig wir mit unseren Daten umgehen.

 Als erste wirklich wichtig agierende Person haben wir Cynthia. Und im ganzen Feld der Charaktere die in ihrem Umfeld auftauchen, würde ich auch sagen: Sie ist wirklich der einzige Charakter an dem sich der rote Faden wirklich verfolgen lässt. Alleinerziehende Mutter einer Tochter im Teenageralter arbeitet sie in London als Redakteurin beim britischen Daily. Eigentlich wollte sie sich gar nicht mit der "Zero-Sache" beschäftigen und rutscht da irgendwie so hinein. Und Cynthia ist vermutlich auch nicht gerade die geeignetste dafür, schließlich möchte sie mit neuen Medien und Internet gar nicht so viel zu tun haben. Als sie dann mitbekommt, wie abhängig ihre Tochter eigentlich von Freemee ist und wie stark die Kontrolle über ihre Tochter bereits ist, wird sie doch hellhörig und taucht selbst in Freemee ein.

 In weiteren einzelnen Kapiteln haben wir immer wieder auch noch die Drahtzieher hinter Freemee und Zero, sowie die amerikanische Regierung die Zero unbedingt finden möchte, als Nebenhandlungsstränge. Das weiter aufzudröseln wäre an dieser Stelle aber wohl viel zu kompliziert!


Umsetzung
 Ich glaube uns allen ins manchmal tatsächlich nicht bewusst, wie stark uns Soziale Netzwerke bereits kontrollieren und was wir da tatsächlich alles im Internet von uns preisgeben. Das Buch "Zero" hält uns in diesem Fall einen Spiegel vors Gesicht und zeigt uns eine zugespitzte Form dessen, was tatsächlich passieren könnte, vielleicht auch bereits passiert? Der Autor weist zu Beginn des Buches explizit darauf hin, dass alle im Buch verwendeten und dargestellten Techniken bereits real existieren - Das kann einem echt schon ein bisschen Angst machen.
Alles was mit Freemee zusammenhängt wirkt so unglaublich real. Ich glaube es wirkt sogar so wirklich real, da wir Cynthia ja von Beginn an begleiten, wie sie selbst in Freemee abtaucht. An einigen Stellen empfand ich den Effekt so krass, dass ich das Buch sogar kurz zuklappen und weglegen musste, weil ich mich zu sehr darin verfangen hatte. Klasse gemacht! Das Buch hatte mich!

 Der Anfang der Geschichte verlief irgendwie etwas schleppender. Ich meine hier aber wirklich die Geschichte, Handlung, nicht das hereinfinden in das Buch oder der Geschichte. Man war von Anfang an mit dabei. Aber dadurch, dass so viel erst erklärt werden musste und wir mit Freemee beschäftigt waren ging es im Äußeren halt langsamer voran. Das Ganze hätte mich auch absolut nicht gestört. Die Temposteigerung zur Mitte des Buches war absolut in Ordnung und prima gemacht, wenn... ja wenn das Buch mal wieder kein Ende gehabt hätte.

 Das letzte Drittel des Buches lässt mich leider irgendwie völlig unbefriedigt hier zurück. Der Tempoanstieg mit den ständig wechselnden Perspektiven ließ mich irgendwann sagen: Okay ich bin raus. Irgendwann war es für mich an einigen Stellen nicht mehr nachvollziehbar und wirkte dann doch viel zu konstruiert. Ich glaube die Schnelligkeit war tatsächlich so gewollt, allerdings empfand ich es als nicht so geeignet. Dem Buch hätten zudem noch ein paar Seiten mehr echt gut getan, denn es sind bei mir einige Fragen sehr offen geblieben. Da dachte ich mir: Hallo, gehts noch? Offenes Ende schön und gut, aber zu offen darf es auch nicht sein. Denn eine Fortsetzung ist ja offenbar nicht geplant.

 Fazit
 Als ich das Buch zugeklappt habe und fertig war, war ich echt sauer. Bei mir waren so viele offene Fragen und es ging mir im letzten Drittel auch viel zu schnell. Ich befürchte aber dass das eine sehr persönliche Empfindung ist. Die Geschichte an sich war super umgesetzt und sehr nah am realen Leben. Absolut empfehlenswert!

Kommentare:

  1. Ach ja irgendwie reizt mich dieses Buch schon, eben wegen dem aktuellen Thema. Aber wenn es doch etwas langwierig ist, bis man sich sozusagen reingefuchst hat, und dann noch Fragen am Ende offen bleiben... Außerdem habe ich Sorge, dass es mir zu techniklastig ist.
    Na ja erst mal habe ich ja noch genug Lesestoff^^

    Liebe Grüße, Katja :)

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    1. Huhu,
      Ich denke es ist tatsächlich nicht jedermanns Fall, aber das macht ja nichts!

      Lg

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