08 März 2015

[Rezension] Ava Dellaira - Love Letters to the Dead


Es beginnt mit einem Brief. Laurel soll für ihren Englischunterricht an eine verstorbene Persönlichkeit schreiben. Sie wählt Kurt Cobain, den Lieblingssänger ihrer Schwester May, die ebenfalls viel zu früh starb. Aus dem ersten Brief wird eine lange Unterhaltung mit toten Berühmtheiten wie Janis Joplin, Amy Winehouse und Heath Ledger. Denn die Toten verstehen Laurel besser als die Lebenden. Laurel erzählt ihnen von der neuen Schule, ihren neuen Freunden und Sky, ihrer großen Liebe. Doch erst als sie die Wahrheit über sich und ihre Schwester May offenbart, findet sie den Weg zurück ins Leben und kann einen letzten Brief an May schreiben...


♣ Ava Dellaira ♣ Love Letters to the Dead ♣ cbt ♣ 413 Seiten ♣ 17,99 €


Nach dem Tod ihrer Schwester May wünsch sich Laurel nur eines: Normalität. Ihre Mutter ist nach Kalifornien gezogen, hat sie im Stich gelassen. Und ihre religiöse Tante und ihr Dad erdrücken sie mit ihrer Zuneigung. Bloß die neue Schule, auf der niemand weiß was mit ihr und May passiert ist, gibt ihr ein wenig Sicherheit und Zuversicht. Trotzdem nistet sich das Geheimnis um Mays Tod immer weiter in ihr Gewissen. Bloß Sky vermag es, langsam in ihr innerstes Vorzudringen und sie vor ihren eigenen Gefühlen zu bewahren.


 Aufbau & Charaktere

Love Letters to the Dead ist ein Briefroman. Der Reihe nach richtet Laurel ihre Briefe an berühte Personen, die ihr im Leben schon irgendwie mal über den Weg gelaufen sind. Sei es im Kino, beim Lesen von Gedichten, ober beim Hören von Musik. Eigentlich war es bloß eine Aufgabe im Englischunterricht. Doch Laurels Brief an Kurt Cobain ist viel zu persönlich, als dass sie ihn ihrer Lehrerin zu lesen geben kann. Dann schreibt sie noch einen Brief, und noch einen. Die Briefe werden zu ihrer Rettung durch den Tag. Und auch wenn sie niemand liest, fühlt sie sich verstanden. Weil ihr jemand zuhört, so wir früher nur May zuhören konnte.
May war Laurels Anker während der Scheidung ihrer Eltern. Aber als jüngeres Geschwisterkind hat sie selbst gar nicht bemerkt, wie sehr die Scheidung ihre Schwester verletzt hat. May war die große, starke für sie zwei. Doch jetzt da sie tot ist, fühlt sich Laurel alleingelassen. Und hat auch Schuldgefühle, über die sie mit niemandem sprechen kann.
Nicht mit Natalie und Hannah, ihren neuen Freunden an der Schule. Auch nicht - erst recht nicht - mit Tante Amy oder ihrem Dad. Erst Sky, ihrer großen Liebe, kann sie sich langsam offenbaren. Und Licht ins Dunkle bringen, über die letzte Nacht mit ihrer Schwester.

 Meine Meinung

Briefromane sind nicht so mein Ding - So meine Einstellung vorher. Auch die Ich-Perspektive und Tagebücher lese ich sonst nicht so gern. Vielleicht hatte ich zuvor aber auch bloß immer die falschen Bücher zwischen den Pfoten? Jedenfalls hat dieses Buch meine Einstellung dazu grundlegend geändert.
Love Letters to the Dead bringt einen ganz Nah an Laurels Innerstes, an ihre zerbrochene Seele. Nichts vermag es ihr wieder auf die Füße zu helfen. Und man fühlt mit ihr. Mit dem Schreiben der Briefe beginnt sie im Unterricht und muss dabei feststellen, dass es ihr unheimlich gut tut sich zu offenbaren. Diese Briefe sind für sie eine Art Heilprozess, bei dem wir sie begleiten dürfen. Ich finde hier gerade die Art, wie wir Laurel begleiten können sehr persönlich gewählt. Anders als in einem Tagebuch. Es ist in einem Stil gehalten, den zu lesen ich sehr angenehm fand. Das tagtägliche sehr gut kombiniert mit ihren allgemeinen Empfindungen und ihrem Fortschritt sich zu öffnen. Auf die gleiche Weise sind auch die Persönlichkeiten, an die Laurel schreibt, in die Geschichte verwoben. Wenn sie mit Sky über Kurt Cobain und seine Musik spicht, geht der nächste Brief eben auch an ihn und Laurel erinnert sich dann noch an eine weitere Szene mit Cobain und ihrer Schwester.

Die Charaktere hatten irgendwie alle "ihr Fett weg", wie meine Oma sagen würde. Keiner war so richtig normal. Ecken und Kanten waren gut verständlich begründet. Das unterstützt mich beim nachvollziehen ihrer Handlungen und ließ sie mir alle ans Herz wachsen.

 Fazit
Laurel reift an ihrem ersten Jahr an der Highschool. Trotz des schwere Gepäcks von Schuldgefühlen und Kummer um den Tod ihrer Schwester lässt sie sich nicht unterkriegen. Am Ende konnte mich das Buch zu Tränen rühren und tief mitnehmen. Große Leseempfehlung für mein Jugendbuch Highlight in diesem Frühjahr!



Kommentare:

  1. Hallöchen Chrissi,
    hach bei dir klingt das wirklich nach einem wunderbaren Buch. Ich kann mich einfach nicht entscheiden. Vielleicht sollte ich in diesem Fall doch mal eine Leseprobe lesen xD Auch wenn ich das eigentlich gar nicht mag. Aber da du so begeistert bist, ich meine es muss ja was dran sein. ;)

    Liebst, Lotta

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    1. Tue es! xD
      Es ist so wunderschön. Ich glaube du würdest es auch lieben. Ganz sicher!

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  2. Huhu,
    ich kam leider absolut gar nicht mit dieser Geschichte zurecht. Vielleicht lag es auch am Schreibstil, ich weiß es nicht.
    Jedenfalls packte es mich einfach nicht und so habe ich es nach 100 Seitem rum abgebrochen :/
    Freue mich aber, dass es Dir dabei anders ging :)
    Liebe Grüße,
    Ela

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    1. Das tut mir wirklich Leid. Aber man kann halt auch nicht jedes Buch mögen. Ich glaube dieses fällt wieder in die Kategorie man liebt es oder man konnte es nicht leiden.

      Liebe Grüße
      Chrissi

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  3. Ach da kann ich dir wirklich nur zustimmen. Für mich ist es auch super Highlight. Es hat mich berührt, unterhalten und am Ende musste ich weinen, obwohl ich so mit diesem Ende gerechnet hatte.

    Liebe Grüße,
    Katja :)

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    1. Das Ende konnte man sich irgendwie schon ein wenig zusammenreimen, trotzdem hat mich das Buch emotional sehr mitgenommen!

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  4. Hi Chrissi, ich fand es auch ganz wundervoll. Ich hatte vorher noch nie einen Briefroman gelesen, aber die Herangehensweise fand ich hier einfach nur unheimlich passend und auch stimmungsvoll.

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