30 März 2015

[Rezension] Elisabeth Herrmann - Der Schneegänger

 
Der zweite Fall für Sanela Beara. Ein kleiner Junge wird entführt - und alle Ermittlungen laufen ins Leere. Vier Jahre später wird ein Skelett im Wald gefunden. Polizeimeisterin Sanela Beara muss dem Vater die schlimme Nachricht überbringen. Doch die Begegnung mit dem gut aussehenden Darko, der in den Wäldern Brandenburgs als Wolfsforscher arbeitet, löst Zweifel in ihr aus: War es wirklich eine Entführung? Oder wurde der Junge aus einfachen Verhältnissen etwa verwechselt? Doch alle Beteiligten schweigen eisern. Für Sanela gibt es nur eine Chance, Licht ins Dunkel zu bringen, Sie schleust sich undercover in die Villa der schwerreichen Familie Reinartz ein, bei der die Mutter es ermordeten Jungen damals gearbeitet hat - und wird hineingezogen in einen Strudel aus Hass, Gier und Verachtung. der sie selbst zu vernichten droht.

♣ Elisabeth Herrmann ♣ Der Schneegänger ♣ Goldmann  
 ♣ 448 Seiten ♣ 19,99 €

Vor vier Jahren verschwand der kleine Darijo Tudor. Er wurde entführt. Eine Verwechslung? Die Eltern schieben sich gegenseitig die Schuld in die Schuhe und stecken auch vier Jahre später, als die Leiche endlich gefunden wird, noch in tiefer Trauer.
Doch der Leichenfund deutet auf grobe körperliche Gewalt an dem kleinen Jungen hin, lange vor seinem Tod. Und niemand will etwas gesehen haben...


 Charaktere
In Der Schneegänger lässt die Autorin ihre ehemalige Streifenpolizistin Sanela Beara heranwachsen. Sie studiert jetzt an der Polizeihochschule, möchte zur Kripo. Wegen ihres Migrationshintergrunds zieht Hauptkommissar Gehring  sie als Übersetzerin zu seinem Fall hinzu, eine Rolle in der sie sich Fehl am Platz fühlt. Doch Sanela setzt mal wieder ihren eigenen Kopf durch und über setzt sich über Gehrings Anweisungen hinweg. Als die Ermittlungen erneut ins Leere zu laufen scheinen, nimmt sie die Zügel selbst in die Hand und schleust sich mit Hilfe eigener Kontakte undercover in das große Herrenhaus ein.
Als der kleine Darijo verschwand, arbeitete seine Mutter als Hausmädchen für die Familie Reinartz. Vier Jahre später verbringen die Söhne des Hauses ihre Zeit im Internat und an ausländischen Universitäten. Das ehemalige Dienstmädchen ist nun die Herrin im Haus. Die Familienverhältnisse sind nicht einfach zu klären und geraten ins Wanken, je tiefer Sanela in die Privatsphäre des Hauses eindringt.

 Meine Meinung
Elisabeth Herrmann stellt am Beispiel eines toten Kindes mal wieder sehr offen dar, wie grausam Menschen sein können. In einem Herrenhaus wird ein kleines Kind, gerade mal neun Jahre alt, regelmäßig misshandelt. Und alle schauen weg. Keiner will es gewesen sein. Die Eltern schieben sich die Schuld gegenseitig zu. Und der Leser vermag gar nicht richtig beurteilen zu können, wer da lügt und wer  wen beschützen will.
Hass und Neid graben sich immer tiefer in das Bewusstsein der Charaktere. Bis zum Schluss weiß man wirklich nicht, was man glauben soll. Gerade die sehr strickte Verfolgung einer Spur: X soll es gewesen sein, bremst bis zur Mitte des Buches den Rest der Geschichte ein wenig aus. Und natürlich ist es Sanela Beara zu verdanken, dass die wahre Geschichte um den Tod des kleinen Jungen ans Licht kommt, die sonst unter den Teppich gekehrt worden wäre.
Rückblickend betrachtet gingen mir die letzten 150 Seiten aber zu schnell. Die Lösung aller Rätsel war irgendwie sehr plump. Bei dem was ich von Frau Herrmann sonst so kenne, hätte ich mir am Ende eine andere Geschichte gewünscht.

 Fazit
Die Spannungskurve war stetig steigend und mündete in einem sehr dramatischen Abgang. Wir hatten wieder sehr tolle Charaktere, aber am Ende konnte mich die Aufklärung nicht gänzlich mitreißen. Menschen sind sehr grausame Wesen.


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