16 März 2015

[Rezension] Jeff VanderMeer - Auslöschung - Southern Reach 01


Seit ein mysteriöses "Ereignis" vor mehr als dreißig Jahren das Gebiet erschütterte, ist Area X von einer unsichtbaren Grenze umgeben. Niemand weiß genau, was geschieht, aber es gibt Gerüchte von einer sich verändernden und die Reste der menschlichen Zivilisation überwundernden Natur, einer Natur, die ebenso makellos und bezaubernd wie verstörend und bedrohlich ist. Zuständig für das Gebiet ist eine geheime Regierungsorganisation, die sich "Southern Reach" nennt und den Auftrag hat, herauszufinden, was hinter der Grenze geschieht. Aber keine der Expeditionen, die "Southern Reach" in das Gebiet entsandte, um Erklärungen für das Unerklärbare zu finden, hatte bisher Erfolg. Die meisten Expeditionen endeten in Katastrophen,bei denen letztlich alle Mitglieder ums Leben kamen, und die Zeit, um Antworten zu finden, wird knapp, denn Area X scheint sich auszudehnen.


♣ Jeff VanderMeer ♣ Auslöschung ♣ Verlag Antje Kunstmann  
 ♣ 240 Seiten ♣ 16,95 €

Vier Frauen machen sich auf die abenteuerliche Reise nach Area X. Sie befinden sich bereits auf der Zwölften Expedition ins Ungewisse. Elf Reisen endeten bereits auf tragische Weise, weil die Teilnehmer sich gegenseitig umbrachten oder als gebrochene Menschen zurückkehrten. Keiner weiß so genau wie Area X entstand und was es damit auf sich hat. Bloß eins ist gewiss: Die Stille ist trügerisch...

 Aufbau & Charaktere
Bei Auslöschung handelt es sich um den Bericht einer Biologin über die zwölfte Expedition nach Area X. Und wenn ich sage Bericht, dann meine ich auch Bericht. Geschildert aus der Ich-Perspektive, werden alle Dinge zu den Charakteren auf einem rudimentären Niveau gehalten. Wir erfahren also nicht wie die Charaktere heißen, wo sie herkommen oder was genau sie dazu bewegt hat an der Expedition teilzunehmen. Alle Charaktere werden auf ihre Funktion in Area X beschränkt: Anthropologin, Landvermesserin, Psychologin und Biologin. Wenn ich mich richtig erinnere, wissen sie die Namen der anderen auch tatsächlich nicht, oder sind zumindest angehalten in ihren Berichten alles persönliche abseits von Area X außen vor zu lassen, so dass eine nachfolgende Expedition die Zusammenhänge nachvollziehen kann.
Einige werden jetzt sagen: Sowas bescheuertes. Ein Charakter braucht Charakter, Herz und Seele. Dazu gehört auch die Vorgeschichte, ein Namen usw. - Da würde ich grundsätzlich Recht geben. An dieser Stelle macht das Ganze aber durchaus Sinn und trägt zur Atmosphäre bei.
Einzig zur Biologin erfährt man ein paar nähere Details. Aus ihrer Sicht ist die Geschichte schließlich geschrieben. Sehr mysteriös erscheint mir vor allem die Psychologin. Sie hat die drei anderen hypnotisiert um sie über die Grenze nach Area X zu bringen und hat die anderen auch irgendwie unter Kontrolle.

 Meine Meinung
Das Ungewisse hat großen Reiz. Damit spielt der Autor in diesem Buch sehr stark. Alle Informationen erfährt man nur Häppchenweise, wenn man überhaupt welche bekommt.
Die Einführung von Charakteren, wie man sie sonst von Büchern kennt entfällt hier gänzlich. Stattdessen erfährt man ein paar Dinge zu den Expeditionen zuvor, was mit den Teilnehmern geschah und was sie herausgefunden haben. Aber das alles füllt eigentlich eine große Leere. Denn obwohl die Entstehung von Area X bereits 30 Jahre und elf Expeditionen zurück liegt, weiß man wirklich wenig.
Gleich am ersten Tag entdecken sie wenig abseits des Basislagers einen "Turm", so nennt die Biologin ihn. Einen "Tunnel" sagen die anderen drei. Und ob nun Tunnel oder Turm - Er steht nicht in ihren Karten. Nicht in einer. Dabei ist das Ding, dessen Wendeltreppe in die Erde ragt, an dessen Wänden merkwürdige Pflanzen wachsen und Wörter stehen, nicht zu übersehen. Zu blöd, dass sich die Linguistin im Team bereits vor Aufbruch der Expedition entschieden hat daheim zu bleiben.
Ich konnte sehr gut in die Atmosphäre abtauchen und hab den Bericht ein wenig gelesen, wie man es vielleicht eher bei einem Reisebricht tut. Da spielen die Charaktere auch nicht immer so die große Rolle. An Spannung fehlte es an keiner Stelle. Die vielen Beschreibungen unterstützen wunderbar das Kopfkino. Man tappt im Dunkeln, hinter jeder Ecke kann man etwas vermuten, um was es sich handelt kann man nur erahnen. Top!

 Fazit
Mich sprach bereits der Klapptext sehr an und ich wurde keinesfalls enttäuscht. Auslöschung ist mal etwas völlig anderes als ich es bisher so kannte und war eine sehr lohnenswerte Abwechslung. Die Geschichte ist noch sehr offen, aber die nächsten beiden Teile sind auch schon in Reichweite. Freue mich auf die Fortsetzung!






1 Kommentar:

  1. Ich hatte damals mal den Klappentext gelesen und war eigentlich recht interessiert. Nur ich weiß nicht so recht, ob mir die Aufmachung als Bericht gefällt oder nicht. Vielleicht gibt es ja irgendwo eine Leseprobe und ich werde mal reinlesen.

    Liebe Grüße,
    Katja :)

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